Am 22.9.2026 war Regisseurin Jelena Ilic zu Gast im Metropol, um ihren ersten Kinodokumentarfilm EINE KRANKHEIT WIE EIN GEDICHT vorzustellen: eine besondere Vorstellung des Films für sie, weil aufgrund ihrer Düsseldorfer Vergangenheit viele Bekannte und Verwandte anwesend waren, die z.T. auch ihren Vater kennen, um den es im Film geht.
Nach dem Film erzählte sie, dass es für sie bei der Wiederbegegnung mit ihrem Vater fast ein Reflex war, die Kamera mitlaufen zu lassen, da sie ihr von Anfang an auch eine gewisse Distanz ermöglichte, auch wenn noch gar nicht geplant war, daraus wirklich einen Film zu machen: „In gewisser Weise war es bei meinem Vater und mir auch Gewohnheit: Immer, wenn wir uns sahen, machten wir irgendetwas daraus, Zeichnungen, ein Buch – oder eben einen Film.“
Als die Idee zum Film schließlich Formen annahm, war es ihr ein Anliegen, vor allem den Angehörigen von psychisch Kranken mit ihrem Beispiel ein Gesicht zu geben: „In Deutschland hat jeder Vierte psychische Probleme und da hängen immer auch Partner dran oder Kinder, die auch darunter leiden.“
Dabei war es ihr wichtig, dass der Film trotz des Themas nicht zu ernst gerät: „Wir haben sehr lange an der Dramaturgie gefeilt, die man bei einem Dokumentarfilm ja immer erst hinterher machen kann,“ bestätigte auch Editorin Sandra Brandl. Hilfreich bei der Auflockerung waren dabei unter anderem die vielen Originalzeichnungen von Ilic und ihrem Vater, die für den Film von Animatoren zum Leben erweckt wurden. Ilic: „Ich wollte auch nicht alles zu Tode erklären. Manchmal sagt ein Bild ja viel mehr. Wenn mein Vater z.B. zeichnet, wie sich eine Depression anfühlt, vermittelt es sich viel besser, als wenn man versucht, es in Worte zu fassen.“
Rückblickend empfindet Ilic das Projekt als hilfreich, um das Thema für sich abzuschließen und offen zu sein für neue Themen, wobei sie allerdings auch betont, dass der Film keine Therapie war: „Therapien habe ich vorher schon jede Menge gemacht. Ohne die wäre das gar nicht möglich gewesen.“














