Am 16.7.2026 war Regisseurin Isabel Schneider zu Gast im Bambi, um ihren ersten Kino-Dokumentarfilm WAS HABEN WIR GELACHT vorzustellen. Nach dem Film erklärte die 31-jährige vor fast ausverkauftem und begeistertem großen Haus, dass sie selbst noch mit „Wetten, dass..?“ und Co. aufgewachsen war, bevor sie anfing, es zu hinterfragen.
Während sie sich bei ihrer Arbeit als Journalistin und Filmemacherin für die ARD („Panorama“) immer mehr auf die Themen Gleichstellung, Machtmissbrauch und soziale Gerechtigkeit spezialisierte, kam ihr irgendwann die Idee, das sehr männlich geprägte Unterhaltungsfernsehen der Neunziger mal aus der Distanz mit einem dezidiert weiblichen Blick zu betrachten. Sie schlug das Thema der befreundeten Regisseurin Eva Müller vor und diese war sofort Feuer und Flamme und sah darin das Potenzial für einen Kinofilm.
In der Folge trug Schneider vor allem das Archivmaterial zusammen, während Müller sich um die Interviews bzw. kommentierten Sichtungen des Materials mit den Protagonistinnen kümmerte. Welche dies sein sollten, war ziemlich schnell klar, so Schneider: „Es gab zwar auch noch andere, wie Anke Engelke, mit denen wir wichtige vorbereitende Gespräche führten, aber an Hella von Sinnen, Maren Kroymann und Bettina Böttinger führte kein Weg vorbei und die waren auch alle sofort dabei. Maren Kroymann hatte ja auch schon viel zum Thema veröffentlicht, ihr brannte das Thema ohnehin auf der Seele.“ Zuletzt kamen dann noch Gaby Köster und Esther Schweins hinzu, die sich durch ihre gemeinsame Arbeit bei RTL Samstag Nacht bereits kannten. Das Interview mit Schweins führte Schneider selber: „Es war erstaunlich zu sehen, wie emotional das Thema bei ihr auch heute noch ist.“
Schneider ist wichtig, dass der Film bei aller Kritik den Humor nicht verliert und nicht nur mit dem Finger auf Verfehlungen zeigt, sondern vor allem Strukturen sichtbar macht, die sich – zum Glück – inzwischen ein bisschen geändert haben. Denn in der Tatsache, dass wir heute irritiert sind beim Anblick des Materials von damals und vielleicht sagen, das könnte man heute nicht mehr machen, offenbar sich für sie, dass sich ja inzwischen tatsächlich einiges getan hat. Vor allem möchte sie mit ihrem Film aber auf die Macht des Humors aufmerksam machen.





