Double Feature: Ryuichi Sakamoto

Vorführungen

Opus - Ryuichi Sakamoto - 2023

Am 28. März 2023 verstarb der legendäre Komponist Ryuichi Sakamoto nach seinem Kampf gegen den Krebs. In den Jahren vor seinem Tod konnte Sakamoto nicht mehr live auftreten. Einzelne Konzerte, ganz zu schweigen von ausgedehnten Welttourneen, waren zu anstrengend.

Ryuichi Sakamoto wurde 1952 in der Präfektur Tokio geboren und begann seine Laufbahn als Jazz-Pianist. Bereits während seiner Schulzeit spielte er in diversen Jazzbands und studierte schließlich an der Tokyo National University of Fine Arts and Music mit den Schwerpunkten elektronische und ethnische Musik. 1975 war er an Keizo Inoues Album Intimate beteiligt. Seine eigentliche Karriere begann in den späten 1970er-Jahren, namentlich mit seinem ersten Soloalbum 1000 Knives (1978), das eine Mischung aus Elektropop, Fusion Jazz, experimenteller Musik und Reggae enthielt.

Ungefähr zur selben Zeit gründete er als Bandleader zusammen mit Haruomi Hosono und Yukihiro Takahashi die einflussreiche japanische Elektropop-Band Yellow Magic Orchestra, die in Asien ungefähr den Stellenwert von Kraftwerk in Europa hat. Mit dem Stück Computer Game hatte die Band im Jahr 1979 einen Top-20-Erfolg in den britischen Charts.

Im Laufe seiner Karriere arbeitete Sakamoto mit vielen anderen bedeutenden Künstlern wie Towa Tei (ex-Deee-Lite), Iggy Pop und David Sylvian (dessen Alben Brilliant Trees und Secrets of the Beehive er unter anderem produzierte) sowie David Byrne, mit dem er den Soundtrack zum Film DER LETZTE KAISER aus dem Jahr 1987 aufnahm (die asiatisch anmutenden Titel stammen von Byrne, während die „europäisch-klassisch“ anmutenden Stücke von Sakamoto sind). Für diesen Soundtrack erhielt Sakamoto 1988 gemeinsam mit Byrne einen Oscar.

Außerdem komponierte er die Filmmusik zum Film FURYO – MERRY CHRISTMAS, MR. LAWRENCE (1983), in dem er an der Seite von David Bowie auch eine Hauptrolle spielte. Das von David Sylvian gesungene Titelstück FORBIDDEN COLOURS wurde ein Hit, während der Soundtrack selbst in Großbritannien mit Silber ausgezeichnet wurde. Der Soundtrack für den Film HIMMEL ÜBER DER WÜSTE, den Sakamoto gemeinsam mit Richard Horowitz geschrieben hatte, wurde bei den Golden Globe Awards 1991 als Beste Filmmusik ausgezeichnet. Im Jahr 1993 trat er im Musikvideo zu Madonnas Single RAIN auf.

Ab dem Jahr 2002 spielte Sakamoto mehrere Alben gemeinsam mit dem Chemnitzer Musiker Carsten Nicolai („alva noto“) für dessen Label Raster-Noton ein; das Duo tourte weltweit. 2005 komponierte Sakamoto für den finnischen Mobiltelefonhersteller Nokia einige Klingel- und Signaltöne für dessen Handymodell 8800.

Ende Juni 2014 wurde bei ihm Kehlkopfkrebs diagnostiziert, woraufhin er alle aktuellen Projekte abbrechen musste.

2018 wurde er in die Wettbewerbsjury der 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin berufen. Deutlich gezeichnet von seiner Krankheit schrieb er die Filmmusik zu DIE UNSCHULD und nahm Ende 2022 noch einmal all seine Energie zusammen, um die Welt mit einem letzten Auftritt zu verlassen: einem Konzertfilm, der nur ihn und sein Klavier zeigt.

Wir zeigen RYUICHI SAKAMOTO: OPUS und DIE UNSCHULD als Double Feature. Wer beide Filme schaut, erhält beim zweiten ein Freigetränk an der Kinokasse.

//Wikipedia & Kalle Somnitz

 

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