Mutterland

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Mutterland - 2022
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Die Regisseurin Miriam Pucitta wuchs als Kind italienischer Gastarbeiter*innen in der Schweiz der 1960er und 70er Jahre auf. Sie selbst hat nur bruchstückhafte Erinnerungen an diese Zeit, ihre Mutter und andere Verwandte weichen Miriams Fragen aus. Gemeinsam mit ihrer Tochter Giulia forscht sie nach den Lebensumständen ihrer Familie in der Schweiz und findet ein neues Verständnis für die schwierigen Entscheidungen ihrer Eltern.

Im Jahr 1954 emigriert MARCELLA, die Mutter von Regisseurin MIRIAM PUCITTA, im Alter von 17 Jahren als Gastarbeiterin in die Schweiz – gemeinsam mit mehr als 40.000 anderen Italienerinnen. Der Wirtschaftsboom fordert Arbeitskräfte und fördert damit unabsichtlich den Aufbruch von Geschlechternormen. Marcella wird in der Schweiz zu einer emanzipierten, hart arbeitenden und selbstständigen Frau, als sie mit ihrem italienischen Mann, ebenfalls Gastarbeiter, in der Schweizer Hauptstadt 10 Jahre später ihre Tochter Miriam zur Welt bringt...

Es ist die Geschichte der Mädchen, die zu tausenden angeworben wurden und ihr Elternhaus in Italien verließen, um im Ausland zu arbeiten. Mit italienischen Schlagern, Spaghetti und Vespa-Fahrten verdrängten die jungen Frauen ihr Heimweh, wurden in der Schweiz selbstständig und autark, gründeten Familien. Doch die fremdenfeindliche Gesetzgebung machte ihnen das Leben schwer – weil der Familiennachzug für die italienischen Saisonniers in der Schweiz verboten war, standen vielen Migrantinnen vor einer schwierigen Entscheidung: entweder ihre Kinder nach Italien zu schicken und sie am Telefon aufwachsen zu hören, oder in der Schweiz vor den Behörden zu verstecken.

Eindrücke von der Premiere mit Miriam Pucitta im Metropol gibt es hier (klick).

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