VorschauSTART | 02.07.2026

The Piano Tuner

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The Piano Tuner - 2026
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All that Jazz: Ein hochsensibler Klavierstimmer entdeckt seine Begabung fürs Tresore Knacken und die große Liebe. Wenn nur die Schattenseiten des Räuberdaseins nicht wären… Eine schwungvolle Thrillerkomödie, cool wie ein Stück von Miles Davis.

Niki White ist musikalisch hochbegabt und arbeitet als Klavierstimmer. Zusammen mit seinem alternden Mentor Harry Horowitz (großartig: der inzwischen fast neunzigjährige Dustin Hoffman) fahren sie von einem reichen Anwesen zum nächsten, um die teuersten Flügel in Schuss zu halten, die hier meist nur als Deko herumstehen. Von den reichen Gattinnen werden sie dabei behandelt wie Handwerker. Dabei hat Niki das absolute Gehör. Einst lag eine große Karriere als Pianist vor ihm, doch seine Krankheit machte ihm einen Strich durch die Rechnung: Niki hat Hyperakusis, er ist extrem geräuschempfindlich und muss ständig Gehörschutz tragen. In seinem Job macht er aus der Not eine Tugend. Bis er durch einen Zufall in einen Einbruch gerät und feststellt, dass man mit so einem feinen Gehör auch Tresore knacken kann. Da er dringend Geld braucht, rutscht er immer weiter in zwielichtige Kreise, während er gleichzeitig in der klassischen Pianistin Ruthie seine erste große Liebe trifft. Von seiner neuen Nebenbeschäftigung darf diese natürlich nichts wissen…

Leo Woodall (der einfühlsame Dolmetscher mit den blauen Augen und der tragischen Vorgeschichte aus NÜRNBERG) macht uns in seiner ersten großen Hauptrolle im Kino die Hauptfigur sofort ungemein sympathisch: Ein hochsensibler und -begabter Nerd, einerseits isoliert durch seine Krankheit, andererseits dadurch ganz bei sich, hat er eine große Leidenschaft für Jazz und liebt seinen Beruf, den er immer wieder mit allerhand philosophischem Überbau zu versehen weiß. Gemeinsam mit dem im Film ironischerweise inzwischen schwerhörigen Dustin Hoffman (“man muss den Ton nicht hören, man muss ihn fühlen”) bildet er ein unschlagbar begnadetes Team, dem man gerne beim Arbeiten zusieht, das obendrein immer wieder in schicken schnellen Montagen zu schmissigen Jazz-Standards verdeutlicht wird. So geht es zunächst charmant komödiantisch zu, bis langsam aber sicher der Ernst des Lebens über sie hereinbricht in Form von finanziellen Nöten und daraus resultierenden falschen Entscheidungen.

Obwohl Nikis neue Leidenschaft fürs Panzerknacken dabei zunächst genauso als geniales Handwerk inszeniert wird, kippt der Film nie in eine verharmlosende Gaunerkomödie, sondern bringt mit dem Verbrechen von Vornherein eine dunklere Note ins Spiel, die dem jungen Protagonisten über den Kopf wachsen und uns ein paar waschechte Thriller-Momente bescheren wird: Hier hört der Spaß gewissermaßen auf und der Film nutzt jede Gelegenheit, um deutlich zu machen, dass es das amerikanische System ist, das schuld ist an so einem tragischen Abrutschen. Von der herablassenden Behandlung der genialen Handwerker über Alltagsrassismus bis hin zur Altersarmut und mangelnden Krankenversicherung wird Kritik geübt am Kapitalismus. Die parallele Love-Story ist herzerwärmend zart und unkitschig, Havana Rose Liu eine echte Entdeckung, zwischendurch schaut Herbie Hancock vorbei, wie um die Jazz-Begeisterung des Films zu beglaubigen und am Ende gibt es ein Wiedersehen mit dem auch nicht mehr ganz jungen Jean Reno. Ein rundum ausgewogenes und kurzweiliges Vergnügen.

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