“Frauen machen die härteren Filme.” Ausgehend von diesem Zitat ihres Idols, der sowjetisch/ukrainischen Regisseurin Kira Muratova, macht die deutsche Filmemacherin Isa Willinger sich in ihrem Dokumentarfilm NO MERCY auf die Suche nach dem “Female Gaze” und spricht u.a. mit den wichtigsten Regisseurinnen unserer Tage darüber, was das weibliche Kino ausmacht. Wir nehmen das zum Anlass, um drei der in ihrer Doku vorgestellten Filme noch einmal auf die Leinwand zu bringen: radikales, kompromissloses junges Kino von, aber nicht nur für Frauen.
BAISE-MOI (FICK MICH!) von Virginie Despentes brach im Jahr 2000 definitiv mit einigen Tabus: explizite Sexszenen (die beiden Hauptrollen sind mit ehemaligen Pornodarstellerinnen besetzt) treffen auf explizite Gewalt. Zwei junge Frauen auf einem blutigen Rachefeldzug gegen die sie ewig anbaggernden Männer. Keine leichte Kost und in seinem Heimatland Frankreich nach kürzester Zeit aus dem Kino verbannt.
PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN von Céline Sciamma (2019) kommt auf den ersten Blick leiser daher, entwickelt aber in seinen Zwischentönen eine unüberhörbare Kritik: Die Begegnung zweier Frauen im 18. Jahrhundert, von denen die eine die andere malen soll, damit diese verheiratet werden kann, entwickelt sich zu einer Liebesgeschichte, die nicht sein darf in unvergesslich poetischen Bildern.
A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT von der exil-iranischen Regisseurin Ana Lily Amirpour (2014) schließlich ist ein waschechter Horrorfilm. Darin räumt eine junge Vampirin in erlesenen Schwarzweißbildern auf in einer von Männern dominierten Unterwelt aus Armut und Drogen. Mit ihrer Rächerin im Tschador auf einem Skateboard erschuf Amirpour nicht weniger als eine geniale moderne filmische Ikone.


