Werkschau Christopher Nolan

Werkschau: Christopher Nolan

Vorführungen

Christopher Nolan

Als im Jahr 2000 Memento erschien, bahnte sich mit dem zeitgleichen Siegeszug des Mediums DVD auch ein neues Genre an, das Ende der 90er Jahre durch Filme wie „Fight Club“ und „Matrix“ vorweggenommen wurde. Das, was Filmwissenschaftler schließlich als „Mind-Game Movies“ bezeichneten, spiegelte sich in allen Filmen von Christopher Nolan – gebrochene Protagonisten, deren zerrüttelter mentaler Zustand den Zuschauer in komplexe Verwirrspiele um Schein und Wirklichkeit involvierten und oft ein mehrmaliges Anschauen notwendig machten. Überraschende Plot-Twists und das Spiel mit der Erwartung des Publikums fanden sich bereits in seinem vielbeachteten Erstlingswerk „Following“ (1998), das Nolan noch komplett mit Familie und Freunden ohne nennenswertes Budget realisierte. Während seines Studiums der englischen Literatur hatte er bereits einige surrealistische Kurzfilme auf 8mm fertig gestellt. Durch den Erfolg seines Debütfilms, war es ihm möglich „Memento“ auf die Leinwand zu bringen; ein rückwärts erzählter Film-Noir, der bis zu seinem schockierendem Ende seinen (Anti-)helden im Unklaren lässt, was eigentlich gespielt wird und die Zuschauer so in ein spannendes Rätsel verwickelt. Auch seinem Remake des norwegischen Thrillers „Todesschlaf“ („Insomnia“, 2002), für das bereits Al Pachino und Hilary Swank gewonnen werden konnten, gelang es, durch die fiebrige Darstellung eines unter Schlaflosigkeit halluzinierenden Polizisten, die Mörderjagd zu einem doppelbödigen existenziellen Suspense-Drama zu machen. Damit war Nolans Aufstieg in die Liga der Großproduktionen gesichert, doch auch dort blieb er seinem Faible für komplexe narrative Strukturen treu. // Silvia Bahl

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