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Jacques Audiard Filmreihe

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Jacques Audiard Filmreihe - 2022

Jacques Audiard wurde 1952 in Paris als Sohn des bekannten Drehbuchautors und Regisseurs Michel Audiard geboren. Zunächst widerstand er, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und begann ein Studium an der renommierten Pariser Universität Sorbonne. In den Semesterferien kam er jedoch als Praktikant bei einem Film-Editor mit dem Medium Film in Berührung. Daraufhin gab er sein Studium auf und begann als Schnittassistent, u.a. bei Roman Polańskis Psychothriller DER MIETER (1976) oder Patrice Chéreaus DIE LETZTE AUSGABE (1978).

Anfang der 1980er Jahre ergriff er doch den Beruf seines Vaters und schrieb 1983 mit ihm gemeinsam  das Drehbuch zum Psychothriller DAS AUGE, der von Claude Miller mit Michel Serrault, Isabelle Adjani und Stéphane Audran in den Hauptrollen verfilmt wurde. Es folgten weitere Drehbücher, Kurzfilme und erste Langfilme.

Der Durchbruch gelang ihm mit dem Gefängnisfilm EIN PROPHET, für den er 2009 den Großen Preis der Jury in Cannes erhielt. Und auch sein nächster Film DER GESCHMACK VON ROST UND KNOCHEN (2012) wurde hierhin eingeladen. Mit der Geschichte eines heimatlosen Boxers, der in Südfrankreich einer Schwertwal-Trainerin begegnet, die bei einem Arbeitsunfall beide Unterschenkel verloren hat, wollte Audiard etwas komplett Neues schaffen: „Eine Liebesgeschichte voll von Licht und Raum.“

Mit DÄMONEN UND WUNDER (2015) gewann er endlich die Goldene Palme. Inspiriert von Sam Peckinpahs Thriller WER GEWALT SÄT (1971) erzählt er von Dheepan, der aus dem Bürgerkriegs-Chaos Sri Lankas nach Frankreich flüchtet. In einer Pariser Sozialbausiedlung arbeitet es als Hausmeister, muss sich aber bald eines Bandenchefs erwehren, wobei ihm seine Erfahrungen helfen, die er offenbar als Mitglied der Rebellenmiliz Tamil Tigers gesammelt hatte. 

2018 drehte Audiard mit THE SISTERS BROTHERS seinen ersten Western und versucht auch hier wieder, die Grenzen des Genre zu verschieben. Die Großproduktion kostete ihn soviel Kraft, dass er danach etwas Leichtes drehen wollte: die Liebesgeschichte WO IN PARIS DIE SONNE AUFGEHT, die ebenfalls in Cannes zu sehen war und zurzeit in unseren Kinos reüssiert.

Jacques Audiard gilt mittlerweile als Meister des französischen Thrillers, obwohl er selbst von sich sagt, keine Genrefilme zu drehen. Seine realistischen, düsteren Inszenierungen haben meist einen sehr maskulinen Touch und erzählen oft von Männern, die scheitern. In seiner Heimat wird er als Nachfolger von Regisseuren wie Jean-Pierre Melville oder Henri-Georges Clouzot gesehen.

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