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Die 70. Internationalen Filmfestspiele in Berlin – Ein Festivalbericht

Malmkrog - 2020

Malmkrog – 2020

Schon zu Beginn des Festivals sorgte der rumänische Regisseur Cristi Puiu mit seiner außergewöhnlichen Literaturadaption MALMKROG für Aufsehen. Auf der Basis von Texten des Religionsphilosophen Wladimir Solowjow setzt Puiu einen Diskursfilm in Szene, dessen vermeintlich strikte Kontinuität von Zeit und Raum in seinem dreieinhalbstündigen Verlauf immer mehr Risse bekommt. Während ein Großteil der Handlung in den Innenräumen eines gehobenen russischen Landsitzes um 1900 spielt und fünf Figuren beim Debattieren über Krieg, Moral und Staatsräson folgt, scheint die äußere Welt sich aufzulösen, ja geradezu zu derealisieren. Das Dorf Malmkrog liegt eigentlich in Rumänien; ein Christbaum taucht darin eine Weile auf und verschwindet wieder, die Gewalt bricht ein, doch wenig später scheint es, als sei nichts geschehen. Die formale Strenge der Anordnung wird von etwas Gespenstischem heimgesucht, das sich schon in Diskussionen über den Antichristen abzeichnete. Für seinen ästhetischen Wagemut wurde Puiu mit dem Regie-Preis geehrt.

Einen beinahe umgekehrten Zugang sucht der poetische Dokumentarfilm DIE METAMORPHOSE DER VÖGEL der portugiesischen Regisseurin Catarina Vasconcelos. In ihrer künstlerischen Annäherung an die eigene Biografie erforscht sie nicht nur Momente persönlicher Trauer über den Tod von Mutter und Großmutter, sondern erzählt das Private durch die Traumata, die das Salazar-Regime in der portugiesischen Gesellschaft hinterlassen hat. Redeverbote und Verschwinden prägen die Lebensgeschichten der Menschen; das Schweigen setzt Vasconcelos über eine assoziative Bildsprache in Bewegung. In Einstellungen voller entrückter Schönheit lässt sie das Verlorene in verwandelter Form wiederkehren; dafür wurde sie mit dem FIPRESCI-Preis der Internationalen Filmkritik ausgezeichnet.

Den Hauptpreis in der Sektion „Encounters“ gewann ein Film, in dessen Format die Begegnung bereits angelegt ist: die Ethnografie WERKE UND TAGE (DER TAYOKO SHIOJIRI IM SHIOTANIBECKEN). Acht Filmstunden mit drei planmäßig integrierten Pausen ermöglichen es dem Publikum, am Alltagsleben einer japanischen Bauernfamilie teilzuhaben und sich mit den eigenen Wahrnehmungsgewohnheiten auseinanderzusetzen. Das Regie-Duo C.W. Winter und Anders Edström konfrontiert mit den Lebensbedingungen ländlicher Regionen, ohne sich in einer meditativen Exotik zu verlieren. Statt Entschleunigung gibt es viel zu sehen – und vor allem zu hören. Denn das Vergehen der Zeit wird durch die Arbeit mit einer atmosphärischen Tonspur auf eine Weise erlebbar, die sich den Wirkweisen der Klangkunst annähert und damit auch auditiv herkömmliche Formate überschreitet.

Minamata - 2020

Minamata – 2020

Die neue Festivalleitung hat im Wettbewerb die Kategorie „außer Konkurrenz” abgeschafft. Solche Filme wurden nunmehr als Berlinale Special präsentiert, was für mehr Transparenz sorgte. So lief hier die Weltpremiere von Andrew Levitas’ MINAMATA mit Johnny Depp in der Hauptrolle, dessen Auftritt vor allem von der Boulevardpresse heiß erwartet wurde, war er doch einer der rar gesäten Stars auf dem roten Teppich in diesem Jahr und immer gut für einen aufsehenerregenden Auftritt. Die Erwartungen in dieser Hinsicht hat er erfüllt, schon am Morgen vor seiner Pressekonferenz musste er von Assistenten beim Autogramm geben gestützt werden. Leider konnte sein Film, trotz des wichtigen Themas, nicht ganz überzeugen. Er spielt den renommierten Starfotografen W. Eugene Smith, als Kriegsberichterstatter im Zweiten Weltkrieg und später als freier Mitarbeiter für verschiedene Magazine wie Life, Harpers Bazaar oder die New York Times ein Star, Anfang der siebziger Jahre aber fast vergessen und dem Alkohol verfallen. Als der Herausgeber des Life-Magazins ihm einen Job in Japan anbietet, bei dem er den Ursachen einer mutmaßlichen Quecksilbervergiftung der Anwohner des Fischerdorfes Minamata nachgehen soll, nimmt er nach anfänglichem Zögern – bestärkt durch die engagierte Japanisch-Dolmetscherin Aileen – den Auftrag an. Und tatsächlich kann er, immer seine altbewährte Kamera von damals dabei, den Skandal aufdecken, mitsamt seiner Verflechtungen von Großindustrie, Regierung und Polizei. Im Gegensatz zu Todd Haynes‘ großartigem DARK WATERS, der sich einem ähnlichen Thema widmet, bleibt MINAMATA ein wenig flach und weist einige Längen auf. Eigentlich einer Sternstunde des Fotojournalismus gewidmet, stört auch die zuweilen zu dick aufgetragene amerikanische Inszenierungsweise, die dem zurückgezogen, aber auch exzessiv lebenden und leidenschaftlich seinem Berufsethos verpflichteten Fotografen allzu gewollt die Aura eines amerikanischen Helden verleihen will. Johnny Depp löst diesen Widerspruch mit der ihm eigenen vollkommenen Hingabe auf und zeigt, dass man, wie im wirklichen Leben, erst die eigenen Dämonen bezwingen muss, um größere Siege zu erzielen.

Charlatan - 2020

Charlatan – 2020

Agnieszka Holland ist ein gern gesehener Gast auf der Berlinale. Nachdem sie zuletzt mit ihrem Öko-Thriller DIE SPUR (2017) und mit dem biografischen Drama MR. JONES (2019) im Wettbewerb vertreten war, legt sie nun ihren neuen Film als Berlinale Special vor: Wie schon in MR. JONES erzählt sie auch in CHARLATAN eine Geschichte mit biografischem Ausgangsmaterial, diesmal diejenige des Wunderheilers Jan Mikolášek (1889-1973), der mit einem Blick durch Uringläschen präzise Diagnosen seiner Patienten erstellen kann. Als Heiler rettet er Abertausenden (laut Abspann gar Millionen) das Leben, doch als Privatmensch ist der aufopfernde Arzt etwas komplizierter. Sein rätselhaftes Talent zur Diagnostik wird später von den einfallenden Nazis erkannt und ausgenutzt, dem darauffolgenden kommunistischen Regime unter Stalin hingegen ist er, der durch seine Gabe Reichtum angehäuft hat und in einem großen Anwesen residiert, ein Dorn im Auge – er soll als Scharlatan gebrandmarkt und eliminiert werden. „Das größte Verbrechen ist es, eine Wahl zu haben“ äußert Jan Mikolášek, als er sich an eine prägende Erfahrung seines Kriegsdienstes im 1. Weltkrieg zurückerinnert. Ein Satz, der seine volle Bedeutung und Tragik erst zum Schluss des Films voll entfaltet. Auf Grundlage eines Drehbuches von Marek Epstein inszeniert Holland das packende Porträt eines unkonventionellen Mannes und zeigt, dass es oft die größten Wohltäter sind, die die Keule menschlicher Grausamkeit mit voller Wucht abbekommen. Sie konzentriert sich dabei auch stark auf den Aspekt von Mikolášeks (zwangsläufig) geheim gehaltener Homosexualität, vergisst daneben allerdings, die ein oder andere angeschnittene Ambivalenz seines Charakters näher auszuleuchten. Den positiven Gesamteindruck schmälert das aber nur unwesentlich: CHARLATAN stellt auf mitreißende Weise Fragen nach der persönlichen Verantwortung und Schuld im Angesicht zeitloser Schrecken.

Pinocchio - 2020

Pinocchio – 2020

Gäbe es einen Preis für die größte filmische Enttäuschung, wäre er dieses Jahr wohl an Matteo Garrones PINOCCHIO gegangen. Italiens exaltierter Nationalstar Roberto Benigni, der im Film den Geppetto mimt, konnte auf dem roten Teppich bei der Premiere noch mit seinem berüchtigten Kasperletheater, clownesken Getue sowie gebrochenem Englisch die Zuschauersympathien und viele Lacher erringen. Doch die gute Laune hielt nicht lange an und ließ viele Zuschauer bereits nach kurzer Filmlaufzeit den Kinosessel wieder verlassen. Garrone, der schon für die Adaption dreier Geschichten aus Giambattista Basiles Märchensammlung „Pentamerone“ in DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN eine reizvoll märchenuntypische Ästhetik erfand, treibt diese in seiner Interpretation der zeitlosen Erziehungsfabel über die berühmte Holzpuppe, die ein echter Junge werden will, etwas zu sehr auf die Spitze. Mag der gemeine Ansatz, in Zeiten der CGI-Überflutung noch auf handgemachte Effekte und echtes Make-up zu setzen, durchaus begrüßenswert sein, krankt Garrones PINOCCHIO sehr schnell am eigenen vorsätzlichen Realismus. Kein märchenhaftes Flair will in dieser entzaubert aussehenden Welt, die Garrone uns da vorsetzt, aufkommen. Der Look bleibt dröge und die Erziehungsstationen des frechen Protagonisten werden in unterkühlter Distanz abgespult, was insgesamt sehr lustlos anmutet. Selbst der skurrile Benigni weckt nur hie und da ein müdes Schmunzeln. Ja, dieser PINOCCHIO ist völlig hölzern und bleibt es leider bis zum Schluss.

High Ground - 2020

High Ground – 2020

Wie viele andere Festivalbeiträge ist auch Stephen Maxwell Johnsons neuer Film HIGH GROUND, den er selbst als australischen Western einordnet, politisch engagiert. Inhaltlich um 1931 im Norden Australiens angesiedelt, thematisiert er die an den Aborigines begangenen Verbrechen: Travis, einstiger Scharfschütze im ersten Weltkrieg, verdingt sich als Ordnungshüter im Outback. Bei einem Einsatz in der Wildnis verliert er die Kontrolle über seine Truppe: er wird zum Zeugen und Mittäter am Massaker einer indigenen Stammesfamilie. Die Vorgesetzten wollen die Wahrheit vertuschen, Travis quittiert daraufhin den Dienst. Zwölf Jahre später wird er zurückbeordert, um den Aboriginal-Krieger Baywara zur Strecke bringen. Dafür wird ihm der von Missionaren großgezogene Fährtenleser Gutjuk zur Seite gestellt. Doch Gutjuk ist der mittlerweile erwachsene Überlebende des Gemetzels, das Travis und seine Männer einst anrichteten, und seine Loyalität den weißen Unterdrückern gegenüber daher höchst wankelmütig. Besonders in der Eröffnungssequenz gelingt es Johnson mit eindrücklicher Härte die Brutalität und Willkür einzufangen, mit der die weißen Besatzer gegen die sogenannten „Wilden“ vorgehen. Frauen und Kinder plantschen friedlich in einem azurblauen See, als plötzlich – aufgrund einer Fehlreaktion – das Feuer eröffnet wird und Chaos ausbricht. Im Blutrausch massakrieren die Weißen alle und unterscheiden beim Abschlachten nicht zwischen Kindern und Erwachsenen. Johnson gibt damit auch den Ton für den Rest des Films an, dem es an Schießereien und Gemetzeln wahrlich nicht mangelt. Daneben verliert er die Figurenzeichnung leider etwas aus dem Visier, was zu einigen Holprigkeiten im Erzählfluss führt. Doch die Message des Films, in dem malerische Naturaufnahmen das häufig sehr blutige Leinwandgeschehen kontrastieren, ist eindeutig: im Krieg beflecken sich alle Seiten mit Schuld, doch gerade in Zuständen, in denen sich Kategorien wie Richtig oder Falsch aufzulösen scheinen, muss es starke, integre und freie Geister geben, die die Menschen angesichts bereits begangener und noch zu begehender Gräuel an universell gültige Werte erinnern, um den Teufelskreis der Gewalt endlich zu durchbrechen.

Bis an die Grenze - 2020

Bis an die Grenze – 2020

Anne Fontaines BIS AN DIE GRENZE reiht sich ein in die vielen französischen Filme, die in letzter Zeit die tägliche Polizeiarbeit in Paris auf besonders realistische Weise vorführten. Zeigte Maiwenn 2011 in ihrem Film POLIEZEI, dass es auf einer Pariser Dienststelle mindestens so falsch läuft, wie die Schreibweise des Titels, so beschreibt Ladj Ly in DIE WÜTENDEN die Arbeit einer Polizeieinheit auf Streife in den Banlieus und brachte es immerhin zu einer Oscar-Nominierung. Auch Anne Fontaine konzentriert sich auf drei Beamte, die sie zunächst einzeln ausführlich vorstellt, um sie in der zweiten Hälfte des Film als Freiwillige für einen ungeliebten Job zusammenzuführen. Sie sollen einen Flüchtling, der abgeschoben werden soll zum Flughafen bringen, doch aus dem einfachen Transfer wird eine wahre Odyssee, die die Polizisten am Sinn ihrer Aufgabe zweifeln lassen. Bald schon steht das eigene Gewissen diametral dem dienstlichen Befehl gegenüber und um ihm Folge leisten zu können muss sich die bunt zusammengewürfelte Truppe erst einmal untereinander einigen. Während die Ängste und Nöte der Polizisten immer mehr in den Vordergrund treten, sitzt im Polizeiwagen ein völlig eingeschüchterten Flüchtling, der alle Fluchtmöglichkeiten, die ihm die Polizisten einräumen, ausschlägt und das Innere des Fahrzeugs nicht verlässt. Dass die Geschichte am Ende dennoch gut ausgeht ist einem cleveren Drehbuch zu verdanken und die Spiellaune der Darsteller um Omar Sy herum verleiht dem Film eine Leichtigkeit, die ihn beim Zuschauer punkten lässt.

Curveball - 2020

Curveball – 2020

Ein ähnlich vielversprechender Film ist Johannes Naber mit CURVEBALL gelungen, der schon in ZEIT DER KANNIBALEN gezeigt hat, dass er insbesondere Dialoge schreiben kann. Doch der Satire setzte eine amerikanische Filmfirma noch ein Sahnehäubchen auf, indem sie die Rechte für den Titel beanspruchte, weil sie den Stoff nun selbst verfilmen will. Der Film musste also auf der Berlinale ohne Titelvorspann gezeigt werden und der deutsche Verleih darf sich für den Kinostart im Herbst einen neuen einfallen lassen. Das ist weniger tragisch als lustig, denn um deutsch-amerikanische Eitelkeiten geht es auch im Film. Mit viel Ironie und seinem Lieblingsschauspieler Sebastian Blomberg, macht sich Naber über den Bundesnachrichtendienst lustig und spürt seiner Rolle im Irakkrieg nach. Wie wir aus Filmen wie OFFICIAL SECRETS wissen, haben die Amerikaner damals alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Massenvernichtungswaffen, die sie im Irak nicht finden konnten, geheimdienstlich nachzuweisen. Und dabei hatten sie offensichtlich wertvolle Hilfe vom BND. Dessen Theorie war jedoch so abenteuerlich, dass er sie am Ende selbst zurücknahm, was die Amerikaner aber nicht daran hindert, diese Idee aufzugreifen, etwas grafisch aufzupeppen und als ausreichendem Kriegsgrund der Öffentlichkeit zu präsentieren. Damit stand der BND gleich doppelt gehörnt da, was Naber für eine absurde Geheimdienst-Farce nutzt, die an deutscher Piefigkeit kaum zu überbieten ist. Wie schon in ZEIT DER KANNIBALEN inszeniert er das Weltgeschehen lieber in Diensträumen und setzt eher auf Dialoge als auf Action. Dennoch amüsiert man sich aufs Köstlichste.

One in a Thousand - 2020

One in a Thousand – 2020

Mit einem starken Beitrag eröffnete in diesem Jahr die Panorama-Sektion. Clarisa Navas´ ONE IN A THOUSAND (Las Mil y Una) illustriert in dokumentarisch anmutender Fotografie das Leben in einer argentinischen Sozialwohnungssiedlung. Protagonistin ist die etwas knabenhafte Iris. Sie ist 17, trägt vorzugsweise weite Sportklamotten und interessiert sich – ganz im Gegensatz zu ihren zwei Cousins und den anderen jugendlichen Bewohnern des Viertels – laut eigener Aussage nicht für Liebe, Sex und den ganzen Kram. Mehr Freude macht es ihr, in ihrer Freizeit Basketball dribbelnd durch das Viertel zu laufen. Ihre Präferenzen ändern sich schlagartig, als die taffe Renata in der Siedlung auftaucht. Iris ist fasziniert von Renatas Kühnheit und gleichermaßen abgeschreckt, da die mysteriöse Neue viele dubiose Gerüchte umschwirren. Trotzdem überwindet Iris ihre Schüchternheit und merkt schnell, dass auch Renata nicht abgeneigt ist. Während ihre Cousins erste schwule Erfahrungen mit anderen Jungs sammeln, entfaltet sich zwischen Iris und Renata schrittweise eine Zuneigung, die über die rein sexuelle Neugierde und Experimentierfreude hinausgeht. Derweil brodelt die Gerüchteküche immer lauter. Clarisa Navas entwickelt für ihre queere Erzählung über den Übergang von jugendlicher Unschuld zur bitter ernüchternden Erwachsenenwelt eine authentische Ästhetik, meist neutral beobachtend, doch in den entscheidenden Momenten schon beinahe komplizenhaft ihren Protagonistinnen folgend. Sofía Cabrera als Iris gibt eine sensationelle Durchbruchsperformance!

Mit einem unerwartet leichtfüßigen Sommerferienfilm sorgte der französische Regisseur Guillaume Brac für eine unterhaltsame Unterbrechung des überwiegend ernsten Programms der Panorama Sektion. À L’ABORDAGE (dt. ATTACKE) bewegt sich auf den Spuren Éric Rohmers und folgt dem verliebten Félix, der nach einem One-Night-Stand in einer Pariser Sommernacht kurzerhand der Angebeteten Alma in den Süden des Landes hinterher fährt. Mit seinem besten Freund Chérif nimmt er eine Mitfahrgelegenheit bei dem übervorsichtigen Edouard in Anspruch, aber die Reise verläuft problematischer als gedacht und Alma freut sich kein bisschen über den unerwarteten Besuch in ihrem Heimatdorf. Brac wurde eingeladen, ein Drehbuch für die Abschlussklasse einer Schauspielschule zu schreiben, das ihnen genug Raum für Selbstausdruck und Improvisation gibt. Das Zusammenspiel der Absolventen macht Spaß, auch wenn die Dialoge meist recht seicht geraten. Was Brac allerdings erstaunlich gut gelingt, ist der Umgang mit sozialen Differenzen. Félix und Chérif sind als Schwarze gerade zu Beginn des Films häufig mit Rassismus und Vorurteilen konfrontiert, aber je mehr die Protagonisten sich kennenlernen, desto stärker tritt die Berührungsangst komplett in den Hintergrund. Das Ferienlager wird ein wenig zu einem utopischen Ort des Miteinander Leben Lernens.